
Le Gipfel du Jazz begibt sich im vierten Jahr seines Bestehens auf eine alpinistische Archäologie des Jazz. Zu Gehör gebracht werden Steig-Leistungen musikalisch-ästhetischer Kategorien, auf der Suche nach den des der Alpen. Was im 19. Jahrhundert galt, scheint auch heute noch Thema zu sein: Reinheit, Höhe, Unberührtheit, Erhabenheit und Unbeschreiblichkeit: geronnene Klischees, denen beständig der Absturz in den Kitsch droht. Gratwanderungen allerorten. Wie klingt der Berg? Mit oder lieber ohne Alphorn? Oberkreiner – Global.Kryner? Ein grandioses musikalisches Alpenpanorama bietet sich dem offenen Ohr. Vor dem Aufstieg gibt’s als Apéro einen Minigipfel und hoch oben spielt das Gipfelblasorchester.
Die Alpen sind eine der spannendsten Schmieden eines eigenständigen europäischen Jazz; stets unkonventionell und zumeist sehr heimatverbunden, dem traditionellen Erbe ergeben. Dabei befinden sich viele Musikerinnen und Musiker beständig auf musikalische Gratwanderungen in diesem zum Klischee geronnenen Gebirge, beständig den Absturz in den Kitsch riskierend. Gerade das aber ist der Stoff aus dem in den vergangenen Jahren immer wieder neue musikalische Konzepte entstanden sind.
Das Ergebnis ist ein äußerst vielfältiges Panorama alpiner Klänge. Nicht umsonst hat das neue Urner Musikfestival "Alpentöne", mit dem der Gipfel du Jazz in diesem Jahr eng zusammenarbeitet, solch einen großen Erfolg. Im Schatten des gewaltigen Telldenkmals auf dem Platz von Altdorf werden hier die Alpen musikalisch zelebriert. Erhabenheit und Unbeschreiblichkeit, Reinheit, Höhe und Unberührtheit; mit diesem Material arbeiteten in vergangenen Jahrhunderten Generationen von Künstlerinnen und Künstlern, jene die ins Tal schauten und jene, die aus der Ferne kommend den Aufstieg wagten. Beim diesjährigen "Gipfel du Jazz" werden wir feststellen, dass die Alpen immer noch von dieser Aura umgeben sind.
Das Freiburger Jazzfestival zeigt sich auch in diesem Jahr wieder als einzigartige Plattform europäischen Musikschaffens. Hier treffen sich Musikerinnen und Musiker, die jene Randbereiche des Jazz beleuchten, die den europäischen Jazz seine Eigenständigkeit gegeben haben. Immer mehr bezieht man sich auf die eigenen regionalen musikalischen Traditionen. Auf der handwerklichen Grundlage improvisierter Musik greift man zurück auf ein weltweit einzigartiges, lebendiges und historisch gewachsenes musikalisches Erbe. Die Alpen sind hier ein besonderes und bislang auch das einzige Beispiel im deutschsprachigen Raum, dass man sich seines musikalischen Erbes bedient.
Das Gipfelblasorchester erlebt seine vierte Auflage und wird nach wie vor von Komponisten und Solisten umworben. Die Konzerte auf dem Augustinerplatz bringen in diesem Jahr zweit absolute Highlights und werden wieder von Tausenden begeisterten Zuhörern besucht werden.
Neu in diesem Jahr ist ein Spielort. Zwei Musiker aus der Schweiz wagen es im „white cube“ des Kunstvereins ein Konzert zu machen. Paul Giger und Pierre Favre haben der Idee begeistert zugestimmt.
Eine weiter Neuerung in diesem Jahr ist der „minigipfel“ am 21.
August entlang der Eschholzstrasse. „Voralpenglühn“ zum Aufwärmen!
Am Samstag vor dem „grand gipfel“ haben sich zahlreiche Gruppen
aus Freiburg bereit erklärt, an diesem Vorspiel des Festivals teilzunehmen.
Der Gipfel hat damit ein neues Standbein und präsentiert zahlreiche Musikerinnen
und Musiker der großen Freiburger Jazzszene in äußerst entspannten
Umgebungen in dem für viele charmantesten Freiburger Stadtteil. Der „minigipfel“
soll noch mehr Gruppen aus Freiburg in das Festival integrieren und dem Publikum
für einen Abend eine zwanglose Jazz-Party bescheren.
24. - 29.8.
le gipfel du jazz
freiburg